Wirklich zu teuer? Apple Studio Display im Test. (Review)

Studio Display

Nach vielen Jahren des Wartens hat Apple endlich ein neues Display auf den Markt gebracht, dass nicht über 5000 € kostet. Ich habe mich extrem darauf gefreut – Endlich ein schönes Display in Apple-Qualität, dass man sich gerne auf seinen Schreibtisch stellt. In den letzten Tagen habe ich das neue Studio Display ausgiebig getestet. Mein Fazit: Ich bin gleichzeitig enttäuscht und begeistert.

In diesem Artikel erfährst du wirklich alles, was du über das neue Studio Display wissen musst. Ist es wirklich so ein schlechter Deal, wie viele sagen?

Ein schönes Design mit vielen Fragen…

Eines muss man Apple schon mal lassen, das neue Studio Display ist ausgesprochen schön. Mein neues Setup sieht großartig aus – dezent und gleichzeitig sehr hochwertig. Kein anderer Hersteller hat ein insgesamt so schönes Display in seinem Sortiment.

Das Problem mit dem Standfuß

Studio Display Rückseite

Der Standfuß wurde aus einem Block Aluminium gefräst und ich kenne, bis auf das Pro Display XDR, kein Display mit solch einem hochwertigen Standfuß.

Studio Display mit höhenverstellbaren Standfuß

Ich habe die höhenverstellbare Version und der Mechanismus hierfür ist fast schon overengineert. Durch ein integriertes Gegengewicht lässt sich das Display mit nur einem Finger in der Höhe verstellen. Gleichzeitig es aber auch sehr stabil auf dem Tisch. Die Möglichkeit, das Display in Höhe und Neigungswinkel zu verstellen, habe ich hierbei immer als ausreichend erachtet.

Andererseits ist es fast schon lächerlich, dass die Standardversion des Displays, welche ja immerhin 1749 € kostet, nicht höhenverstellbar ist. Das Upgrade auf den höhenverstellbaren Standfuß kostet lächerliche 460 €. Kein anderer Hersteller würde auf die Idee kommen, für solch eine Funktion überhaupt Geld zu verlangen.

Studio Display mit höhenverstellbaren Standfuß

Im Vergleich zum ähnlichen Standfuß beim Pro Display XDR, muss man beim Studio Display zudem einige Abstriche hinnehmen. Erstens lässt sich das Display nicht ins Hochformat drehen. Wer das also braucht, der muss die Variante mit VESA Mount Adapter wählen.

Zweitens ist der Standfuß nicht mittig am Display angebracht. Wer sein Display also relativ hoch positionieren will, der muss sich Kabel anschauen. Im Alltag war das für mich jedoch zugegebener Maßen kein echtes Problem.

Dünne Displayränder sehen anders aus

Das Display selbst ist dann aus Glas und Aluminium gefertigt. Es ist zwar dünn, aber etwas dicker als der 24″ iMac. Durch die gleichmäßig dicken Displayränder wirkt das Display zwar sehr harmonisch, wirklich dünn sind die Ränder jedoch nicht. Insbesondere im Vergleich zum neuen 16″ MacBook Pro sind die Displayränder einfach immer noch ziemlich dick – andere Hersteller machen das besser.

Studio Display Displayränder

Ein fest verbautes Stromkabel – Was soll das?

Auf der Rückseite befindet sich ein schwarzes Apple Logo und einige Anschlüsse. Der absurdeste ist hierbei ganz klar der Poweranschluss. Apple hat sich dazu entschlossen, dass das Kabel nicht durch den Kunden selbst entfernt werden kann. Das Ganze birgt nur Nachteile. Erstens lässt sich das Kabel nicht durch ein längeres austauschen, zweitens muss der ganze Mac bei Apple eingeschickt werden, wenn das Kabel mal kaputt ist. Letzteres ist wohl auch der Grund, warum sich Apple hierfür entschieden hat – Reine Profitgier also.

Mit roher Gewalt kann man das Kabel zwar auch selbst entfernen. Aufgrund fehlender frei verkäuflicher Ersatzteile und eigenem Anschluss ändert das jedoch nichts an den beiden Problemen.

Das Display: Alter Wein in neuen Schläuchen

Das neue Studio Display musste aufgrund seines Display-Panels viel Kritik einstecken. Es setzt weder auf die neue Mini-LED Technologie, noch 120 Hz. Letzten Endes ist es fast das gleiche Display, das Apple auch im 27″ iMac der letzten Jahre verbaut hat. Es gibt jedoch 3 nennenswerte Unterschiede:

  1. Das Display unterstützt statt 500 nun 600 Nits maximale typische Helligkeit. Damit wird das Display deutlich heller als die meisten anderen Monitore.
  2. Hinzu kommt, dass das Display auch in der normalen Ausführung noch weniger Licht reflektiert. Das sorgt für scheinbar bessere Schwarzwerte als bei anderen LCD-Panels und generell weniger Spiegelungen im Display.
  3. Zuletzt wären da dann noch die etwas dünneren Displayränder. Im Vergleich zum 27″ imac sind die Ränder ein gutes Stück dünner, im Vergleich zu anderes Herstellern oder auch zum Pro Display XDR bin ich jedoch enttäuscht.

Letzten Endes handelt es sich bei dem Display um eines der besten LCD-Panels auf dem Markt. Es

  • wird mit seiner 5K Auflösung bei einer Größe von 27″ super scharf,
  • deckt den P3 Farbraum mit 10-Bit Farbtiefe ab,
  • weißt eine gute Blickwinkelstabilität auf und
  • erreicht bis zu 600 Nits typische Helligkeit.

Damit eignet es sich ausgesprochen gut für Farbbearbeitung. Die LCD-Technologie sorgt jedoch für schlechtere Kontrastwerte also bei meinem 16″ MacBook Pro. Bei Tageslicht fällt dieser Unterschied kaum bis gar nicht auf – Bei Nacht dafür umso mehr.

Auch muss ich sagen, dass die Ausleuchtung des Displays nicht zu 100 % gleichmäßig ist. Das galt bis jetzt jedoch für jedes einzelne Display, dass ich bis jetzt getestet habe.

Ich verstehe, warum Apple im Studio Display dieses Display Panel verbaut hat. Mini LED Displays in dieser Größe kosten aktuell nicht unter 3000 €. In der Folge hätte ein Mini-LED-Display den Preis vom Studio Display noch viel weiter in die Höhe getrieben. Ein Mini-LED-Display von Apple für unter 2000 € war, ist und bleibt also Wunschdenken. Ich hätte mir jedoch zumindest gewünscht, dass es eine Version mit Mini-LED geben würde – Aber das folgt vermutlich noch.

27″ sind nicht zu klein – Für mich!

Vielen haben sich ja darüber beschwert, dass das Display nur 27″ und nicht 30″ oder gar 32″ groß ist. Ich gehöre nicht dazu. 27″ sind genauso groß, dass ich das komplette Display im Blick behalten kann. Ich hatte erst einen 27″ iMac, dann einen 32″ Monitor und dann den 24″ iMac. Jetzt bin ich wieder bei 27″ gelandet und das ist auch gut so. Ich verstelle die Höhe meines Monitors hierbei außerdem regelmäßig – Der unverschämte Aufpreis hierfür war also zumindest nicht umsonst.

Die Kamera im Studio Display: Mehr Komfort bei geringerer Auflösung

Apple bewirbt die neue Kamera im Studio Display als 12 MP Ultraweitwinkel-Kamera mit Centerstage-Funktion. Quasi die gleiche Kamera wie in allen aktuellen iPads. Die Centerstage-Funktion kommt für mich beim Studio Display zum ersten Mal wirklich zum Tragen. Egal, wie ich vor dem Display sitze, ich werde bin immer perfekt zentriert – Das ist wirklich entspannt.

Studio Display Kamera

Dadurch, dass stark in das Bild reingezoomt wird, ist die Qualität jedoch schlechter als beim 16″ MacBook Pro oder auch beim alten iMac. Insbesondere bei wenig Licht rauscht das Bild ziemlich stark und selbst Apple war von der Qualität überrascht und möchte mit einem Update nachbessern. Ob das wirklich hilft, bleibt aber abzuwarten.

Ich muss jedoch sagen, dass ich die Centerstage-Funktion so entspannt finde, dass ich die miese Qualität erst mal verkraften kann – zumindest dann, wenn Apple hier noch nachbessert. Jetzt mal im Ernst: Ich muss mir einfach nie mehr Sorgen machen, in welchem Winkel ich einem FaceTime Anruf vor der Kamera sitze. Das macht einen großen Unterschied im Vergleich zu allen anderes Webcams.

Mikrofone in Studioqualität?

Weiterhin verbaut Apple im Studio Display 3 Mikrofone. Diese sind zwar für kaum einen professionellen Anwender gut genug, um damit regelmäßig zu arbeiten, für Telefonate machen sie aber einen guten Job. Und wenn man mal kein Mikrofon einsatzbereit hat, dann kann man auf die verbauten Lautsprecher gut und gerne mal zurückgreifen.

Lautsprecher, die Boxen überflüssig machen?

Wenn man Apple glaubt, dann hat das Studio Display bessere Lautsprecher als jeder Mac bisher. Das kann ich zunächst bestätigen. Die Lautsprecher werden laut, klingen voll und haben für solch ein dünnes Display erstaunlich viel Bass. Meiner Meinung nach machen sie externe Lautsprecher für die meisten vollkommen überflüssig. Wer wirklich noch mal viel besseren Sound benötigt, weil er etwa Musik bearbeitet, der setzt dann sowieso auf Kopfhörer.

Ein Blick ins Innere: Das Studio Display ist fast ein iMac

Schaut man sich das Studio Display von innen an, dann fallen einem viele Dinge auf. Im Display stecken zwei Lüfter, eine große Hauptplatine und ein erstaunlich dünnes Netzteil.

Studio Display Teardown

Auf der Hauptplatine sitzt ein ganzer A13 Chip mit 64 GB Speicher – Auf dem Prozessor läuft sogar die aktuelle IOS Version. Dieser Prozessor verwaltet die Lautsprecher, Kamera und Mikrofone. Es stellt sich jedoch die berechtigte Frage, warum das Display hierbei nicht einfach auf den Prozessor des angeschlossenen Macs zurückgreift.

Auch stellt sich mir die Frage, warum man das Display ohne angeschlossenen Mac nicht über AirPlay ansteuern kann. Das wäre super praktisch gewesen.

1 x Thunderbolt + 3 x USB-C

Auf der Rückseite des Studio Displays befindet sich ein Thunderbolt 4 Anschluss und 3 x USB-C Anschlüsse. Im Lieferumfang ist ein stoffummanteltes Thunderbolt 4 Kabel enthalten. Über dieses kann man das Display mit jedem Mac verbinden, der mindestens einen Thunderbolt 3 Anschluss hat. Leider ist das Kabel jedoch nur einen Meter lang. Für mich ist das ausreichend, für viele andere jedoch nicht.

Studio Display Anschlüsse

Über das Kabel wird das MacBook dann auch mit bis zu 96 Watt aufgeladen – Mein MagSafe Ladekabel fürs MacBook wurde damit überflüssig.

Die 3 USB-C-Anschlüsse unterstützten bis zu 10 GBits pro Sekundee. In meinem Fall war meine SSD, egal ob am Display oder am Mac angeschlossen, genau gleich schnell.

Da der Monitor jedoch nur einen Thunderbolt Anschluss hat, muss jedes Studio individuell mit dem Mac verbunden werden – Du kannst also nicht mehrere Displays in Reihe schalten.

Warum man das Studio Display nicht mit anderen Displays vergleichen sollte.

Wenn man versucht das Studio Display mit anderen Displays zu vergleichen, dann merkt man zwei Dinge. Einerseits gibt es zahlreiche deutlich günstigere Displays, die in einzelnen Bereichen hervorragend mit dem Studio Display mithalten können. Dadurch scheint das Display in Bezug auf die einzelnen Eigenschaften im Vergleich zu teuer – und das ist es auch. Andererseits muss man jedoch auch feststellen, dass es kein anderes Display gibt, das dem Studio Display in Funktion und Design wirklich ähnlich ist.

Das Studio Display macht jeden Mac zu einem iMac – Kein anderes Display tut das. Wie viel einem das wert ist, das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ich arbeite aktuell ausgesprochen gern mit Studio Display und möchte es auch nicht mehr hergeben. Ich bezahle das Display letzten Endes aber auch nicht, das tut ihr. Schaut man sich aber den Preis an und vergleicht ihn zum Beispiel mit dem letzten iMac, dann ist das Studio Display einfach zu teuer.

Über Moritz

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