M1 MacBook Air vs M2 MacBook Air: Der ultimative Vergleich.

M1 vs M2 MacBok Air

Nach fast zwei Jahren hat Apple endlich den langersehnten Nachfolger der M1 MacBook Airs auf den Markt gebracht. Glaube man Apple, dann ist es nicht nur dünner und leichter, sondern auch noch einmal leistungsstärker geworden. Gleichzeitig bleibt das M 1 MacBook Air jedoch weiterhin verfügbar. Bei vielen Händlern kostet dieses sogar nur noch ca. 950 €.

Aus diesem Grund habe ich die beiden MacBooks ausführlich miteinander verglichen. Wenn du also wissen willst, welches MacBook Air du dir kaufen solltest, dann bleib jetzt unbedingt dran.

Design: Leichter, dünner, schwärzer

Das Erste, was beim neuen MacBook Air auffällt, ist dessen Design. Es erinnert stark an eine sehr dünne und damit deutlich schönere Version des 14″ MacBook Pros. Wenn ihr mich fragt, dann ist es das schönste MacBook, das Apple jemals verkauft hat – Vielliecht sogar das schönste Notebook überhaupt. Manch einer trauert vielleicht der ehemaligen Keilform hinterher, ich gehöre definitiv nicht dazu.

Im Vergleich zum alten MacBook Air ist das neue insgesamt 20 % schmaler und 50 Gramm leichter. Den Gewichtsunterschied merkt man im Alltag jedoch eher weniger.

M1 vs M2 MacBook Air

Mein größtes Highlight ist wohl die neue Farbe Mitternacht, welches es nur beim neuen Macbook Air gibt. Es handelt sich um ein sehr dunkles Blau, welches in den meisten Fällen eher wie ein mattes Schwarz aussieht. Leider musste ich jedoch feststellen, dass man auf der neuen Farbe Fingerabdrücke ziemlich stark sieht. Am Ende bleibt es jedoch Geschmackssache, welches Gehäusedesign einem letzten Endes besser gefällt.

Große Unterschiede beim Display

Klappt man das neue MacBook Air auf, dann fallen einem direkt weitere Unterschiede auf. Ersteinmal sind die Displayränder rundherum dünner geworden und der MacBook Air Schriftzug unterhalb des Displays wurde vollkommen weggelassen. Dadurch wirkt das Display sichtlich moderner als beim alten MacBook Air.

M1 vs M2 MacBook Air

Was die Displayqualität angeht, so hat sich ebenfalls einiges getan. Das neue Display wird noch einmal 100 Nits heller und lässt sich damit auch in helleren Innenräumen noch gut ablesen. Zum draußen arbeiten eignen sich jedoch beide MacBooks nicht wirklich. Darüber hinaus kann das Display aber auch dunkler werden als beim alten MacBook Air. Insbesondere beim Arbeiten in dunklen Umgebungen ist das sehr angenehm. Ansonsten wirkt das neue Display auch noch mal etwas lebendiger. Ich gehe davon aus, dass dies damit zusammenhängt, dass es sich beim neuen Display um ein 10-Bit Panel handelt, welches nochmal feinere Farbabstufungen darstellen kann, als das 8-Bit Panel im alten MacBook Air.

Nichtsdestotrotz ist und bleibt das Display im alten MacBook Air ausgesprochen gut und ist selbst für Farbbearbeitung gut geeignet. Lediglich die dicken Displayränder finde ich nicht mehr wirklich zeitgemäß.

Die Kamera: 720p vs. 1080p

Apropos Displayränder. Zwar sind diese beim neuen MacBook Air sichtlich dünner, dafür muss man sich hierfür dann jedoch auch mit einer Notch anfreunden. In dieser steckt dann jedoch zumindest eine verbesserte 1080p FaceTime Kamera. Im Vergleich zum alten MacBook Air liefert das neue daher ein deutlich besseres Bild. Insbesondere bei schlechten Lichtverhältnissen rauscht der neue Sensor sichtlich weniger.

Was die Mikrofone angeht, hat Apple ebenfalls noch einmal nachgelegt. Einen Podcast nehme ich damit vielleicht nicht auf, aber für Videocalls ist die Qualität wirklich gut.

Die beste Tastatur in irgendeinem Mac

Als Nächstes hat Apple dann die Tastatur grundlegend überarbeitet. In meinen Augen ist es die beste Tastatur, die Apple je in einem ihrer MacBooks verbaut hat. Das Layout der neuen Tastatur wurde eins zu eins vom 14″ MacBook Pro übernommen. Das heißt wir bekommen normalgroße Funktionstasten und den neuen Touch-ID Sensor. Darüber hinaus haben die Tasten den angenehmsten Druckpunkt von jeder Mac-Tastatur, die ich bisher getestet habe. Ich habe mittlerweile zahlreiche Texte auf der neuen Tastatur geschrieben und finde sie nennenswert besser, als noch im eigenen Vorgänger, welcher natürlich nichtsdestotrotz ebenfalls eine hervorragende Tastatur hat. Auch finde ich den neuen Fingerabdrucksensor zwar optisch schöner, aber wenn überhaupt auch nur unwesentlich zuverlässiger.

Wie viel besser sind die neuen Lautsprecher?

Weiterhin fällt einem auf, dass die Öffnungen neben der Tastatur für die Lautsprecher beim neuen MacBook Air fehlen. Apple hat das Lautsprechersystem grundlegend überarbeitet und nun zwischen Tastatur und Bildschirm platziert. Trotz fehlender Öffnungen klingen die neuen Lautsprecher in allen Belagen besser. Sie werden lauter, klingen voller, detaillierter und haben mehr Bass. Das finde ich umso erstaunlicher, da das neue MacBook Air ja dünner geworden ist und auch das alte MacBook Air schon ausgesprochen gute Lautsprecher hatte.

Ein etwas größeres Trackpad

Eine Sache, die mich beim neuen MacBook Air ebenfalls gefreut hat, ist, dass dessen Trackpad ein kleines Stück größer geworden ist. Apple ist ja bekannt dafür, dass sie die mit Abstand bestens Trackpads in ihren Notebooks verbauen – da ist mir jeder zusätzlicher Quadratzentimeter willkommen. Auch klickt sich das neue Trackpad ein klein wenig anders als beim alten MacBook Air. Ich würde jedoch nicht sagen, dass das alte Trackpad qualitativ irgendwie schlechter wäre.

M1 vs M2 MacBook Air

Ein zusätzlicher Anschluss

Apple hat sich dazu entschieden beim neuen MacBook Air den gleichen MagSafe Ladeanschluss zu verbauen, wie auch schon bei den neuen MacBook Pro Modellen. Der neue Anschluss verspricht zwei große Upgrades: Erstens fällt das MacBook nicht auf den Boden, sollte man über das Kabel stolpern und zweitens ist beim Aufladen ein zusätzlicher Thunderbolt 3 Port verfügbar. Das MagSafe Ladekabel kommt zudem immer in der passenden Farbe zum jeweiligen MacBook Air und man hat die Möglichkeit beim Kauf ein Schnelladernetzteil zu bestellen, mit dem das MacBook in 27 Minuten auf 50% aufgeladen wird. Es ist ganz klar das Netzteil, dass ich jedem empfehlen würde.

Leider hat Apple jedoch auch beim neuen MacBook Air lediglich zwei Thunderbolt 3 Ports auf der linken Seite verbaut. Einen Thunderbolt 3 Port auf der rechten Seite sucht man vergebens und auch ein SD-Kartenslot fehlt. Dafür unterstützt der neue Kopfhöreranschluss jetzt auch Kopfhörer mit hoher Impedanz.

M2 Prozessor: Ein unvollkommenes Upgrade.

Sprechen wir als nächstes über den Prozessor. Natürlich konnte man bei dem M2 nicht mit so einem großen Upgrade wie vor zwei Jahren rechnen aber etwas mehr wäre schon schön gewesen. Apple setzt bei der Chipfertigung des M2 Chips weiterhin auf ein 5 nm Verfahren und hat primär die Anzahl der GPU-Kerne um 2 erhöht und die einzelnen Kerne etwas höher getaktet. Entscheidet man sich beim Kauf für das Basismodell, dann bekommt man sogar nur eine Version mit nur 8 GPU-Kernen.

Ein Chip für mehr Leistung höher zu takten ist jedoch meist keine allzu gute Idee. Oftmals führt das zu mehr Instabilität und einer höheren Wärmeentwicklung. Das ist teilweise auch beim M2 Chip der Fall.

In einem durchgeführten Logic Pro Stresstest liefen auf dem M1 Chip zum Beispiel 81 Tracks ohne Probleme, während beim M2 der Test bei 76 Tracks abgebrochen wurde.

Auch wird der M2 spürbar heißer als der M1 und muss daher gedrosselt werden, um nicht zu überhitzen. Exportiert man zum Beispiel 8K RAW Videomaterial zu 4K, dann wird der Prozessor bis zu 108 °C heiß. Daraufhin werden dann die einzelnen Kerne extrem stark herunter getaktet, bis der Prozessor wieder auf ca. 80°C heruntergekühlt wurde. Bei langfristiger starker Belastung bleiben daher von den beworbenen 18% mehr CPU und 35% mehr GPU Leistung nicht mehr allzu viel übrig.

Zum Vergleich: In einem Baseline 14″ MacBook Pro laufen die zwei Lüfter im gleichen Test nur auf ca. mit 90% Geschwindigkeit und der Prozessor bleibt stabil bei 90-95°C.

Es gibt am Ende nur drei Punkte, die wirklich für den M2 Chip sprechen. Erstens ist die Neural Engine nun 40% schneller, wodurch zum Beispiel Objekttracking in Final Cut schneller funktioniert, und zweitens hat der M2 Chip nun die gleiche Media Engine, die wir auch schon aus dem M1 Pro kennen. Dadurch wird etwa der Export von ProRes Videomaterial extrem beschleunigt. Wer also Videoschnitt mit seinem MacBook macht, der wird vom M2 Chip profitieren, alle anderen eher weniger. Ach, und statt maximal 16 GB, kann man jetzt bis zu 24 GB RAM konfigurieren. Auch das ist grundsätzlich eine feine Sache.

Wer sich jedoch vom neuen MacBook Air nochmal sichtlich mehr Leistung erhofft hat als beim alten, den muss ich enttäuschen. In Anbetracht der herausragenden Leistung des M1 Chips ist das jedoch verkraftbar. Auch heute noch gibt es keinen vergleichbaren Laptop, der es leistungstechnisch mit dem MacBook Air aufnehmen kann. Allein wegen der Leistung sollten aber allenfalls Videografen zum neuen MacBook Air greifen.

Wie sieht es mit dem Akku aus?

Doch wenn der Prozessor schon kaum leistungsstärker ist, wie sieht es dann mit der Effizienz aus? Die erstens Tests ergeben hier kaum Veränderungen zum Vorgänger. Zwar ist der Stromverbrauch vom M2 Chip leicht angestiegen, dafür wurde der Akku im neuen MacBook Air jedoch auch etwas größer. Am Ende erreichen beide MacBooks vergleichbare und wirklich herausragende Akkulaufzeiten. Mit beiden MacBooks komme ich wirklich immer problemlos über einen Tag. Je nach Tätigkeit sind Akkulaufzeiten von ca. 5 h bei sehr anspruchsvolle Aufgaben, ca. 12 h bei leichten Anwendungen bis hin zu 18 h beim Video Streaming realistisch.

Die Sache mit der SSD

Doch was ist jetzt eigentlich mit der SSD? Ist die wirklich beim neuen Modell langsamer als beim eigenen Vorgänger? Nun ja, das kommt darauf an. Im Modell mit 256 GB Speicher ist die SSD tatsächlich erschreckend langsam. Das liegt jedoch nicht daran, dass die SSD selbst so langsam ist, sondern daran, dass Apple statt zwei Speicherchips mit 128 GB Speicher nur einen Chip mit 256 GB verbaut. Dadurch können Speicherprozesse nicht auf den beiden SSDs gleichzeitig ablaufen. In der Folge sind die Lese- und Schreibgeschwindigkeit fast nur halb so schnell wie beim eigenen Vorgänger.

Das ist tatsächlich ein ziemlich großes Problem. Nicht nur dauern Datenimporte länger, sondern auch die Leistung insgesamt leidet darunter. Läuft der RAM nämlich voll und muss die SSD als Swap-Memory genutzt werden, dann ist das neue MacBook Air sogar langsamer als sein Vorgänger.

Wenn ihr mich fragt, dann ist das einfach nur unverschämt. Ein Upgrade auf 512 GB Speicher behebt zwar dieses Problem vollkommen, aber das kann ja nicht die Lösung sein. Das Modell mit 256 GB kann ich daher beim neuen MacBook Air schlichtweg nicht empfehlen.

Fazit: Ein spannendes, aber teures Upgrade!

Alles in allem ist das M2 MacBook Air ein gelungenes Upgrade. Lediglich die langsame SSD in der Basisversion mit 256 GB Speicher ist in meinen Augen eine Frechheit. Ja, das M1 MacBook Air hat aktuell in meinen Augen das insgesamt das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer also stärker auf den Preis achten muss, der sollte lieber zum Vorgängermodell greifen. Nichtsdestotrotz hat mich das neue MacBook Air überzeugt und ich kann jeden verstehen, der trotz des heftigen Aufpreises zum neuen MacBook Air greift. Im Vergleich zur Konkurrenz im Windowsbereich bekommt man auch hier immer noch meist mehr für sein Geld und wenn der Preis in den kommenden Monaten noch etwas sinkt, dann wird der Laptop auch wieder für eine größere Zielgruppe interessant.

Über Moritz

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