iPhone SE vs. iPhone 13 mini: Wie groß ist der Unterschied wirklich?

iPhone se 3 von vorne

Wir haben bereits direkt nach der Vorstellung das iPhone SE, oder auch SE 3 genannt, mit dem iPhone 13 verglichen. Dabei habe ich mich auf die von Apple frisch bekannt gegebenen Fakten bezogen. Wie die Kamera abschneidet, und wie sich das veraltete Design in den Händen anfühlt, kann man jedoch erst wirklich beurteilen, wenn man das Gerät in der Hand hält und wirklich eine Zeit testen konnte. Genau das habe ich auch gemacht. Also finden wir jetzt heraus, ob das schlechte Image des nagelneuen iPhone SE wirklich gerechtfertigt ist.

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Um zuerst noch alle abzuholen, die faktischen Unterschiede und Daten in kurz:  Wir haben im Gehäuse des iPhone 8, denselben Prozessor und dasselbe stabile Glas von einem iPhone 13 mini. Das iPhone 13 mini ist jedoch noch kleiner, hat dabei den größeren Bildschirm, die höhere Auflösung, die besseren Schwarzwerte, mehr Kameras, eine bessere Akkulaufzeit, Magsafe und Face-ID. Beide unterstützen 5G und nur das iPhone SE 3 ist etwas dünner. Das iPhone SE beginnt so mit 64 GB Speicher bei 520 € und das iPhone 13 mini mit 128 GB bei 800 €. 

Für also 280 € mehr bekommt man speziell im Bereich Design, Kamera und Bildschirm statt veralteter Technik, mit das Beste vom Besten. Oder anders gesagt kann man sich mit dem iPhone SE mal eben 280€ sparen, wenn einem das eben nicht so viel wert ist.

Face-ID oder Touch-ID

Das iPhone SE setzt weiterhin auf den Home-Button mit Touch-ID. Viele schwören darauf, da auch gerade während Corona eine Maske beim entsperren per Gesichtserkennung stört. Jedoch gab es mittlerweile auch ein Software-Update für alle Geräte mit Face-ID, dass das Entsperren eben mit bedecktem Mund und Nase ermöglicht. So würde ich niemandem mehr das „downgrade“ zu Touch-ID alleine deshalb empfehlen, sondern vielmehr dazu raten auf Face ID zu setzen. Es funktioniert einfach immer: Sowohl mit Handschuhen, Schal und Mütze, als auch mit den meisten Sonnenbrillen und natürlich auch mit nassen Fingern am Pool.

Aber kommen wir jetzt zu meinem wirklichen Alltagstest und beginnen mit meinen ehrlichen Eindrücken vom Design.

Ein anderer Blickwinkel zum Design

In jeglichen Videos sagen alle dasselbe: altbacken. Ich meine: Das einzige, was sich am Gehäuse geändert hat, ist das stabilere Glas und das sieht man ja nun mal nicht. So hat sich wirklich gaaarnichts geändert und selbst die Hülle des alten iPhone 7 meiner Verlobten passt problemlos.
Nehmen wir jetzt das iPhone SE in die Hand, bemerken wir, wie leicht und dünn das Gerät ist. Daher fühlt es sich trotz der dicken Displayränder irgendwie erfrischend an. 
Ich könnte rein vom optischen problemlos dauerhaft darauf umsteigen. – Und das trotz des kleineren Bildschirms.

Das iPhone SE hat nämlich keine abgerundeten Ecken, die in Kombination mit Kinobalken blöd aussehen und keine Notch, die ins Bild ragt. Man hat ein einfaches klassisches 16:9 Display ohne Schnickschnack. So sieht es clean aus und nicht wirklich älter als ein Display mit Apples viel zu breiten und tief hängender Notch. Ich meine, Apples Konkurrenz bekommt das seit Jahren um einiges schlichter und moderner hin.

Klar, ich rede damit das alte Design irgendwie gut, obwohl es eindeutig bereits überholt wurde. Jedoch will ich euch etwas den Wind aus segeln nehmen, wenn es darum geht dieses Design schlecht zu reden. Denn ich kann zumindest nachvollziehen, wenn es eine Handvoll Leute gibt, die das Design, vor allem auch mit der schlichten Rückseite und der kleineren Kamera wirklich toll finden. Kein dicker Klotz in der Hosentasche, sondern ein schlichtes flaches Gerät ohne dicken Kamerbump.

Fotos schießen bei Tageslicht

Kameravergleich

Tagsüber sind die Bilder wirklich vergleichbar. Auch wenn im iPhone SE noch ein älterer Sensor verbaut ist, hat dieser dieselbe Auflösung wie die Hauptlinse im iPhone 13. Auch kommt das SE wie bereits bekannt mit dem aktuellsten Prozessor und somit auch mit Apples aktuellster Bildverarbeitung. Farben, Details, Gesichter und Haare sehen bei gutem Licht so identisch aus. Lediglich der Hintergrund kann beim 13 mini weniger Tiefenschärfe haben und der Himmel wird realistischer abgebildet. Ein iPhone 13 unterstützt so HDR-Bilder. Bilder beim iPhone SE werden zwar so gesehen auch als HDR-Bild aufgenommen und es gehen keine Details in hellen Bereichen verloren, jedoch kann das iPhone SE auf dem eigenen Bildschirm kein echtes HDR anzeigen. So wirken Bilder mit dem iPhone 13 einfach poppiger und lebendiger, während Bilder auf dem SE einfach “nur” solide gut aussehen.  Also wirklich nicht schlecht, die Bilder haben keine ausgebrannten Stellen und sind Apple typisch top. Da ein iPhone 13 aber vom Bildschirm her insgesamt heller werden kann, macht es beim Abspeichern des Fotos davon dann auch Gebrauch.

HDR Bild vom iPhone 13 mini

Abzüge bei Videos und Dunkelheit

Ein großer negativer Punkt ist das also nicht. Anders als die fehlende Stabilisierung. So wackeln Videos bei Tag stärker und Abends ist es nicht möglich mal eben länger aus der Hand zu belichten. So fehlt dann auch der Nachtmodus und alles fängt früher an zu rauschen. Das macht die Kamera bei weniger Licht nicht wirklich schlecht. Ich meine, Farben werden in Dunkelheit immer noch besser dargestellt, als bei einem Samsung Galaxy S22. Jedoch ist das pure Rauschverhalten einfach nicht auf dem Level modernerer Smartphones. 

Weitere Kameramodi

Übrigens gibt es auch keinen Kino-Modus. Dafür jedoch die Fotografischen Stile, die ich persönlich nicht verwende und die Portait-Funktion, die wirklich gut funktioniert und in keinem Smartphone fehlen darf. 

Enttäuschung bei der Helligkeit

Das Display an sich wird, wie beim HDR erklärt, nicht so hell wie das eines iPhones 13 minis. So ist nicht nur der Helligkeitsunterschied innerhalb eines Bildes geringer, sondern auch die maximale Helligkeit. Bei strahlender Sonne kann das wirklich stören. Ein iPhone 13 mini wird in der Sonne am Pool natürlich auch schwerer zu erkennen. Ein iPhone SE braucht jedoch zwingend die Decke über dem Kopf, um abgelesen werden zu können.

Nichts neues bei den Lautsprechern

Die Lautsprecher beim iPhone SE sind nicht nennenswert anders. Sie klingen halt minimal unterschiedlich. Aber kein Handy ist bedeutend kräftiger vom Bass als das andere und keines klingt merklich schlechter. Auch die Lautstärke war ähnlich. Mit beiden würde ich aber sowieso keine Musik auf Dauer hören – es ist halt immer noch ein Handy-Lautsprecher – aber YouTube – Videos klingen durchaus ok. Vielleicht bin ich hier aber nicht so anspruchsvoll wie meine Review-Kollegen.

Fazit: Wer sparen will, kauft nicht neu…

Das SE wird als Einstiegshandy beschrieben. Das billigste iPhone mit dem aktuellsten Chip. Dafür macht es auch gute Abstriche an den richtigen Stellen und wirkt so eigentlich ganz interessant. Jedoch muss man bedenken, dass wir Geld nicht nur sparen können, indem wir ein abgespecktes Phone kaufen. Es gibt ja auch noch gebrauchte oder generalüberholte Geräte, die teilweise nicht mal ein Jahr auf dem Buckel haben. Ein iPhone 12 mini kostet so gebraucht weniger als ein iPhone SE und ist kaum älter. Gleichzeitig erhalten wir dann den besseren Bildschirm, die Weitwinkel-Kamera, den Nachtmodus, eine HDR Unterstützung und ein moderneres Design. Abstriche gibt es so gut wie keine. Man spart also Geld und bekommt mehr dafür. Und das macht das iPhone SE 3 im Vergleich zu einem leider weiterhin wirklich schlechten Deal. – Selbst, wenn man das Design schöner findet.

Über Mario Bock

Ich teste leidenschaftlich gerne Technik. Daher findest du von mir auf diesem Blog und unserem YouTube-Kanal spannende und ausführliche Testbereichte.

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