Die Wahrheit über das Apple Studio Display: Das musst du vor dem Kauf wissen!

Apple hat nach vielen Jahren endlich wieder ein „bezahlbares“ Display vorgestellt. Ich habe lange auf dieses Display gewartet und habe mich dementsprechend auch zunächst darüber gefreut. Nun sind ein paar Tage vergangen und ich habe mich intensiv mit dem neuen Display auseinandergesetzt. Meine anfängliche Freude ist verschwunden und es macht sich etwas Ernüchterung breit. Alles, was du vor dem Kauf des neuen Displays wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Mac Studio mit Studiodisplay auf grauem Hintergund

Endlich ein Display mit schönem Design!

Wenn man sich die ganzen Displays auf dem Markt so ansieht, dann fällt einem auf, dass die allermeisten einfach nicht schön sind. Das ist tatsächlich einer der Gründe, warum ich mich so sehr auf ein Display von Apple gefreut habe. Und siehe da – Das Studio Display sieht toll aus. Sowohl der Standfuß, als auch das Gehäuse bestehen zu 100 % aus Aluminium. Es gibt keine Logos auf der Vorderseite und das Display hat gleichmäßig dünne Displayränder. Kurzum: Ich finde das Design perfekt – zumindest mit dem höhenverstellbaren Stand. Zu dem Standfuß komme ich aber später.

Das beste LC-Display auf dem Markt?

Apple verbaut im neuen Studio eines der besten, wenn nicht das beste LC-Display auf dem Markt. Hier einmal die Spezifikationen im Überblick: • 27″ 5K Retina Display (68,29 cm Diagonale) • Auflösung: 5120 x 2880 Pixel bei 218 ppi • 600 Nits Helligkeit • Unterstützung für eine Milliarde Farben • Großer Farbraum (P3) • True Tone Technologie Optional gibt es das Display auch mit Nanotexturglas. Das Upgrade kostet 250 € mehr und verspricht ultrageringe Reflexionen bei nur minimalem Verlust von Schärfe und Farbdarstellung. Doch auch ohne das Nanotexturglas besticht das Display mit sehr geringen Spiegelungen.

Spiegelungen im Display

Ich habe lange gesucht und kein einziges Display gefunden, das hier mithalten kann. Insbesondere die hohe Auflösung und die 600 Nits Helligkeit sprechen ganz klar für das Display. Wer sich aber etwas mit Apple auskennt, dem wird dieses Display bekannt vorkommen.

Alter Wein in neuen Schläuchen.

Apple verbaut im neuen Studio Display fast exakt das gleiche Display wie im LG Ultrafine 5k Monitor oder – damit können die meisten wohl etwas mehr anfangen – wie im 27“ iMac der letzten Jahre. Lediglich die maximale typische Helligkeit wurde von 500 auf 600 erhöht. Entgegen der Erwartungen handelt es sich also nicht um ein mini-LED Display, auch unterstützt es nur 60 Hz. Damit ist das Display merklich schlechter, als das Mini-LED Display im neuen 14“ oder 16“ MacBook Pro.

Mehr als nur ein Display

Andererseits besticht das Studio Display natürlich nicht nur mit dem Display selbst, sondern auch mit dem Drumherum. So sind im Studio Display weiterhin auch eine 12 MP Kamera mit Centerstage, 3 Mikrofone in Studioqualität und ein 6-teiliges Lautsprechersystem verbaut. Auf der Rückseite befindet sich darüber hinaus 1 Thunderbolt und 3 USB-C-Anschlüsse. Damit das alles sauberer funktioniert, spendierte Apple dem Display auch noch einen Apple A 13 Chip. Von diesem Prozessor habe ich mir jedoch etwas mehr erhofft. So hat Apple zum Beispiel keine Worte darüber verloren, ob man das Display dank des verbauten Prozessors, auch ohne angeschlossenen Mac, über AirPlay ansteuern kann. In der Theorie sollte das jedoch möglich sein. Es bleibt also abzuwarten, ob es Apple auch umgesetzt hat.

Apple Studio Monitor im Alltag

Quasi fast ein iMac – Nur teurer…

Mit all seiner Ausstattung ist das neue Studio Display also fast ein iMac – Nur leider ohne richtigen Prozessor, Speicher, Maus und Tastatur. Mit seinem Preis von 1749 € ist das Studio Display jedoch fast schon so teuer wie der alte iMac, welchen man schon für 1999 € bekam. Fügt man dann noch Apples günstigste Maus und Tastatur hinzu, dann kostet das neue Display gerade einmal 100 € weniger, als der alter iMac. Ergänzt man nun den günstigsten Mac, also den Mac mini für 800 €, dann ist der „neue iMac“ ganze 700 € teurer als der alte. Und dafür bekommt letztens Endes im Vergleich zum alten iMac, quasi fast nur ein neues Design. Und da Apple den 27“ iMac restlos von der Website gestrichen hat und sagte, dass nur noch der Mac Pro auf Apple Prozessoren umgestellt wird, ist es sehr unwahrscheinlich, dass Apple demnächst einen neuen 27“ iMac vorstellt. Ich will das neue Studio Display keineswegs schlecht reden. Ich erwarte, dass es ein ausgezeichnetes Display sein wird. Es hat ein tolles Design und es ist mit Sicherheit eines der besten LC-Displays auf dem Markt. Nur ist es für 1749 € einfach zu teuer – selbst für Apple. Und dann kommt ja noch der Oberknüller:

Dreistigkeit beim Standfuß

Für 1749 € bekommt man noch nicht einmal einen höhenverstellbaren Standfuß. In der Standardkonfiguration lässt sich lediglich der Betrachtungswinkel verändern. Wer die Höhe von Display anpassen können, möchte, der muss lächerliche 460 € mehr bezahlen – und dann kam man Display noch nicht mal ins Hochformat drehen. Ich habe mir das Display zum Testen bestellt und bin extrem gespannt, wie es sich im Alltag schlägt.

Höhenverstellbarer standfuß des Studio Displays

Fazit: viel zu Teuer!

Letzten Endes ist dieses Display ein Schlag ins Gesicht all derjenigen, die sich einen neuen 27“ iMac gewünscht haben. Diese müssen jetzt deutlich tiefer in die Tasche greifen. Auch gibt es nach wie vor kein 27“ Display von Apple mit mini LED Technologie. Vertraut man jedoch den Leakern, dann soll ein solches bald noch folgen. Den Preis mag ich mir dann gar nicht erst ausmalen. Ich habe einfach die Hoffnung, dass Apple vielleicht doch noch einen 27“ iMac auf den Markt bringt, der dann insgesamt etwas günstiger ist. Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus und so wird sich der Monitor nichtsdestotrotz bestens verkaufen. Deswegen auch nochmal der ganz wichtige Hinweis: Dieser Monitor ist sehr teuer und richtet sich an diejenigen, die mit ihrem Computer Fotos und Videos bearbeiten wollen. Das ist kein Monitor für normale Verbraucher und auch kein Monitor für Gamer. Für Officeanwendungen ist der Monitor viel zu teuer und für Gaming gibt es viel bessere und günstigere Alternativen. 

Über Mario Bock

Ich teste leidenschaftlich gerne Technik. Daher findest du von mir auf diesem Blog und unserem YouTube-Kanal spannende und ausführliche Testbereichte.

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