Over-Ear-Kopfhörer von Apple: AirPods Max oder doch lieber Beats?

AirPods Max und Beats Studio Wireless 3

Die AirPods Max versprechen ausgezeichneten Klang, branchenführendes Active Noice Cancelling und eine einfache Bedienung. Wäre da nur nicht der hohe Preis von nach wie vor über 450 € …

Doch sie sind nicht die einzigen Over-Ear-Kopfhörer im Apple Ökosystem. Die Marke Beats gehört ebenfalls zur Apple-Familie und setzt somit auch auf die Apple eigenen Chips. Dadurch profitieren sie unter anderem von Features wie Shared Music, also dem gleichzeitigen Hören mit zwei Kopfhörern an einem iPhone.

Große Unterschiede bei den Anschlüssen

2014 kaufte Apple die Firma Beats auf. Drei Jahre später kamen die Beats Studio 3 Wireless auf den Markt. Von außen betrachtet erkennt man jedoch keine Einflüsse von Apple. Während bei neueren Beats Kopfhörern bereits auf Lightning als Stromzufuhr und AUX Eingang gesetzt wird, finden wir hier noch einen Micro-USB und einen separaten AUX Anschluss. Für beides wird auch ein Kabel mitgeliefert, jedoch kein Netzstecker. Das AUX Kabel bietet auch eine Lautstärkewippe, kommt jedoch mit einem anderen großen Nachteil. Es lässt sich nicht so einfach ersetzen. Der Anschluss ist so dünn, dass ein durchschnittliches Kabel einfach nicht passt.

Anschlüsse der Beats Studio 3 Wireless

Die Airpods Max gehen hier ganz anders vor. Einen AUX Eingang sucht man vergeblich und AUX Adapter, die man für das iPhone genutzt hat schaffen hier auch keine Abhilfe. Man braucht ein spezielles Kabel dafür, welches sich Apple noch mal mit 35 € berechnet.

Anschlüsse der AirPods Max

Sinnvolles Case vs. ein Hauch von Nichts

Im Lieferumfang der Beats Studio 3 Wireless befindet sich noch ein hartes, oval förmiges Case für die Kopfhörer, die sich platzsparend zusammenfalten lassen. Damit sind die Kopfhörer unterwegs immer gut geschützt.

Case der Beats Studio 3 Wireless

Das beigelegte Case der AirPods Max sah man lange auf diversen Memeseiten. Es ähnlich wie ein BH geformt, die Kopfhörer lassen sich so nicht zusammenklappen und Apples Hülle bedeckt lediglich das Aluminium der Hörer. So wirken die eingepackten Kopfhörer wie eine kleine Handtasche.

Case der AirPods Max

Welcher Kopfhörer ist besser designt?

Die Beats Studio 3 sind aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Auch kann man sich aus einer großen Farbpalette seinen Wunsch-Kopfhörer auswählen. Jedoch nur in der Theorie, denn heute gibt es bei verschiedenen Händlern nur noch wenige Farben auf Lager. Wer auf der Suche nach einem Schnapper ist, bekommt auch einige unbeliebtere Farben für ca. 50 € weniger.

Beats Studio 3 Wireless

Die Steuerung ist sehr klassisch. Auf der rechten Seite ist ein Button zum An- und Ausschalten der Kopfhörer. Dieser dient auch zum Koppeln und aktivieren des ANCs. Neuere Beats Kopfhörer haben hier das An- und Ausschalten bereits ausgelagert. Diese aktivieren sich automatisch beim Auseinanderklappen. Auf der linken Seite ist dann die Mediensteuerung zu finden. Diese funktioniert sehr intuitiv und lässt sich auch mit geschlossenen Augen einfach bedienen.

Durch die Hörer aus Aluminium und dem wechselbaren Polster aus Stoff wirken die AirPods Max moderner. Auch sie gibt es in verschiedenen Farben. Die preislichen Unterschiede betragen meist jedoch nur 10 €. Die Steuerung wurde etwas minimaler gestaltet. So gibt es nur ein Rad/Krone und einen Knopf. Beides fühlt sich jedoch sehr hochwertig an und auch hier ist die Steuerung intuitiv.

AirPods Max blau

Das erste Mal Musik Hören

Der erste Eindruck kann bereits viel über das Gerät und ob es für einen selbst geeignet ist aussagen. Ich habe einen vergleichsweise schmalen Kopf und die AirPods Max sitzen bei mir im Vergleich lockerer am Kopf als Beats Studio 3 Wireless.

So würde ich niemanden mit einem dünnen Kopf die AirPods Max empfehlen. Aber auch die Studio 3 lohnen sich eher nur, wenn man einen normal großen Kopf hat. Sonst sitzen beide zu locker und dichten nicht gut ab. Personen mit kleineren Köpfen, die jedoch nicht das Apple Ökosystem verlassen wollen, können sich da gerne die On-Ear Kopfhörer von Beats anschauen. Auf die gehen wir jedoch weiter unten noch mal ein. 

Beats Studio 3 Wireless

Die Audioqualität sollte man eigentlich bei keinem der Preise hinterfragen brauchen. Wer jedoch bereits gute In-Ear Kopfhörer für einen Bruchteil des Preises testen durfte, darf keine Vervielfältigung der Qualität erwarten. Der Bass knallt nicht bedeutend stärker und auch die maximale Lautstärke kann dich nicht wegdröhnen. Trotzdem klingen beide Kopfhörer gut, auch wenn im direkten Vergleich zueinander anders.

Die Studio 3 Wireless klingen etwas halliger und weniger Bassstark. Mit aktiviertem Noise Cancelling kommt bei den Beats ein starkes Grundrauschen dazu. Die AirPods Max hingegen haben fast gar kein Grundrauschen.

Was für mich gegen die AirPods Max spricht, sind für mich die Polster aus Stoff. Ihr Radius ist zwar um einiges größer, was Personen mit großen Ohren zugutekommen wird, jedoch rauen Sie auf Dauer leicht meine Haut auf. Wer mit manchen Oberteilen und Jacken dieses Problem hat, wird sich wahrscheinlich auch einen Silikonaufsatz dazu bestellen müssen.

Einfaches Koppeln und Wechseln zwischen Geräten

Im Alltag funktioniert das automatische Koppeln bei beiden Kopfhörern gut. Das automatische Wechseln könnte jedoch bei den AirPods Max in Zukunft noch verbessert werden. Besser als bei den Beats Studio 3 Wireless ist das jedoch alle Male, denn diese bieten keine ähnliche Funktion. Trotzdem kann man auch hier mit nur einem Klick zwischen allen Geräten mit der verbundenen Apple ID wechseln.

Die AirPods Max leichter wieder finden

Ein praktisches Feature für den Alltag ist die Integration in die „Wo ist?“ App. Lässt du die Kopfhörer irgendwo liegen, dann sagt dir dein Handy bescheid. Das funktioniert jedoch nur mit den AirPods Max und auch nicht wie bei einem AirTag. So zeigt es dir nur den Standort, an welchem dein Handy zuletzt mit den Kopfhörern verbunden war. Es kann nicht durch andere Geräte geortet werden. 

Dank Transparenzmodus immer mitten im Geschehen

Ein Feature, auf das ich persönlich ungern bei solchen Kopfhörern verzichte, ist der Transparenzmodus. Beim Transparenzmodus werden Außengeräusche so verstärkt, dass es klingt, als hätte man gar keine Kopfhörer auf. So kann man mit Personen reden, als hätte man keine Schallschlucker auf den Ohren. Man bekommt auch besser sich öffnende Türen oder miauende Katzen mit und ist nicht mehr von der Umwelt abgeschottet. In einem gemeinsamen Studio/Arbeitsraum kann das die Kommunikation erleichtern und verhindert, das man sich regelmäßig gegenseitig erschreckt. Wer bei den Beats nach einem Transparenzmodus sucht, den muss ich leider enttäuschen, ein solches Feature fehlt hier vollkommen.

Videos schneiden mit den AirPods Max

Geringe Latenz bei beiden Kopfhörern

Reden wir vom Arbeiten kommt oft die Kabelverbindung zum Einsatz. Wobei ich auch hier mit Final Cut und einem M1 Macbook keine Latenz oder extreme Reaktionsverluste bemerkt habe und daher tatsächlich kabellos arbeiten konnte. 

Hervorragende Akkulaufzeit

Im Alltag muss man jedoch auch noch positiv die Akkulaufzeit erwähnen. Beide Kopfhörer halten unfassbar lang. Mit aktiviertem ANC oder Transparenzmodus (bei den Airpods) schafft man ohne Probleme die 20h. Das entspricht dem Hin- und Rückflug in die Karibik und deckt einen Arbeitstag dicke ab. Beide lassen sich auch schnell wieder aufladen. In nur 5 Minuten Laden kommen beide Kopfhörer wieder auf eine beachtliche Laufzeit.

AirPods Max: Guter Näherungssensor mit kleinem Nachteil

Was leider nicht mit den Apple AirPods Max funktioniert, ist das laute hören von Musik, während man die Kopfhörer um den Hals trägt. Da macht einem der im Vergleich einzigartige Näherungssensor einen Strich durch die Rechnung, indem er die Musik pausiert, sobald man die Kopfhörer abnimmt. Drückt man dann wieder auf “Play” wird die Musik intelligent am eigentlichen Gerät abgespielt. Das ist natürlich eigentlich ein Pluspunkt, jedoch nicht immer exakt das war, was ich wollte. 

Die Features im Überblick

Einiges habe ich bereits benannt. Um euch darüber hinaus einen guten Überblick über die restlichen Features zu ermöglichen, findet ihr hier alle Verkaufsargumente und Eigenschaften ordentlich aufgelistet. Dabei ziehe ich jedoch auch noch die On-Ear Beats Solo Pro mit in den Ring. Dabei handelt es sich um die zuvor erwähnten und aktuelleren ANC Kopfhörer von Beats für 150 €

Airpods MaxBeats Studio 3 WirelessBeats Solo Pro
Preis450€200€-350€150€
TypOver-EarOver-EarOn-Ear
AnschlüsseLightning Micro-USB, AUXLightning
Casenur über den HörernHartes Case mit ReisverschlussStoff-Case mit Reisverschluss
ZusammenfaltbarNeinJaJa
optimal passende Kopfformen (klein, Mittel, Groß)Mittel, GroßMittel, GroßKlein, Mittel
Wechselbare OhrpolsterJaNeinNein
Active-Noice-CancellingJaJa – mit starkem GrundrauschenJa
Transparenzmodus JaNeinJa
Automatisches WechselnJaNeinJa
Shared MusicJaJaJa
Automatisches An- und AusschaltenJa – beim Auf- und AbsetzenNeinJa – beim Auseinanderklappen
SiriJaJaJa
Automatisches Pausieren beim abnehmenJaNeinNein

Fazit

Nun muss sich jeder sein eigenes Bild machen. Welche Kopfhörer passen euch am besten? Wie viel Geld seid ihr bereit auszugeben und auf welche Features könnt ihr verzichten? Beachtet dabei die zusätzlichen Kosten für ein AUX-Kabel oder ein stabiles Case. Für mich sind jedoch beide Kopfhörer am Ende rausgefallen. Zu gering war mir der Vorteil zu den billigeren Beats Solo Pro oder den kompakteren AirPods Pro.

Über Moritz

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